Anlagenbau & Fahrzeugarchiv Spur 0

Tipps für den Bau einer Modellbahnanlage 1:45
Besonderheit: Doppelstock-Module für eine kompakte Anlage mit ‘Schattenbahnhof’

Nach langer Planung geht es los: Für die Holzmodule mit einer Größe von 1,5 x 0,7 m wurde das passende Sperrholz, sauber geschnitten, im Baumarkt beschafft. Die Stärke der Platten beträgt 10 mm (Seitenteile 5 mm). Mehr ist unnötig.

TIPP: Kein Pappelholz verwenden, denn dieses neigt zu
           Verziehen und macht ein ordentliches Arbeiten fast
           unmöglich!

Wer keinen eigenen Hobbyraum besitzt, kann sich einen kleinen Werkzeugtisch basteln, der alle wichtigen Hilfsmittel aufweist. Durch Nach-vorne-klappen der hinteren Teils lässt er sich später auf Rollen bequem unter die Anlage schieben.

TIPP: Am besten bei der Planung des Sperrholzmaterials
           gleich berücksichtigen (ein weiterer “Modulkasten”).

Zur ausreichenden Stabilität der Modulkästen werden im Vordergrund Streben eingesetzt, zwischen denen später die elektrische Steuerung (Trafo) angeordnet wird. Deckplatten liegen auch auf kleinen Zusatzbrettern (im Bild hinten) auf.

TIPP: Die lösbare Verbindung zwischen den Modulen erfolgt
           über eine kleine Zusatzplatte zwischen Modulen und
           Stützen, verbunden über sog. Schloss-Schrauben.

Am Übergang zwischen den Modulkästen wird mit Hilfe der Verbindungsplatte auch die Stütze befestigt, d.h. nach Lösen der Verbindungsschrauben sind alle Teile leicht trennbar. Die Metallbauschrauben verhindern das Umknicken der Stützen.

TIPP: Zwischen den Modulseitenteilen und den Stützen bzw.
           den Klappen sollte noch Platz für eine Gardinenleiste
           sein, in der später ein Vorhang eingefädelt wird.

Der Übergang zu Kurventeilen erfordert u.U. schräge Module, wofür die eigentliche Trasse im Anschluss an unterirdische Bahnhöfe “frei schwebend” ins Modul eingepasst werden.

TIPP: Das Zusammenfügen von Sperrholzplatten, die nicht
           im rechten Winkel zueinander stehen, ist durch beid-
           seitig angeschraubte Kanthölzern im Inneren nötig.

So sieht das Ganze etwas später aus. Die Einführung der Strecke nach oben wurde abgesenkt, die untere Einfahrt weist noch einen Versatz auf, der dem späteren Gleisbett der Verbindungskurve geschuldet ist.

TIPP: Damit Steigungen an Übergangsstellen nicht Knicke
           aufweisen, sollte die Neigung besser mitten im Modul
           beginnen. So lassen sich Entgleisungen vermeiden.

Schwierig wird es, wenn Kurventeile auf gerade Modulkasten stoßen. Entweder wird ein Ausfahr-Teil an den Kasten auf Dauer befestigt oder das Kurventeil zwischen unterer und Deckplatte bei Betrieb ein- und ausgeschoben.

TIPP: Kurvenstrecken lassen sich auch in eckigen Modulen
           ausführen. Vorteil sind stabilere Kästen und einfacher
           zu montierende Seitenteile.

Zur Geräuschdämmung im Schattenbahnhof konnte eine Isoliertapete mit Styropor und einer Pappschicht verwendet werden. Für höhere Anforderungen reicht diese Lösung aber nicht aus. Geklebt wurde mit Weißleim, wie zu sehen.

TIPP: Für die Führung von elektrischen Leitungen sollte die
           Tapete am besten so unterbrochen werden, dass es
           ein Spalt von etwa 1 cm erlaubt, die Kabel unter den
           Gleisen (auch später noch) hindurch zu führen.

Der Gleisplan wurde nochmals verändert, um mehr Platz zur Abstellung von Zügen zu bekommen. Dies gelang nur durch Verzicht auf Durchgangsgleise. Zur Ausnutzung der ganzen Länge sind Belegtanzeigen, wie z.B. Lichtschranken nötig.

TIPP: Damit kein unterirdischer Kabelsalat entsteht, in dem
           sich womöglich von Fahrzeugen abstehende Teile
           verheddern, wurden kleine Kabelkanäle installiert
           (in Bildmitte zu sehen).

Für einfache analoge Steuerung konnten Stell-Tableauts am Computer gestaltet werden, die mit Folie überzogen wurden und einige Kippschalter erhielten.

TIPP: Den geringsten Verdrahtungsaufwand für nicht-digitale
           Anlagen ergibt sich aus der Verwendung von sog.
           “denkenden Weichen” (z.B. Peco), da der Fahrstrom
           über die eingestellte Fahrstraße nur ein Zug erhält.

Die abgenommene Seitenwand zeigt nochmals das Modul in doppelstöckiger Ausführung. Bisher fehlen leider Normen zu einheitlichen Schnittstellen, so dass diese Doppelstock- Module nur auf meiner “Ostbayernbahn” einsetzbar sind.

TIPP: Helfen Sie mit und fordern Sie von NEM oder FREMO die
           Einführung von definierten Modulschnittstellen für
           doppelstöckige Spur 0 Module!

Nachtrag:

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, so schreiben Sie doch einfach in mein Gästebuch (auf die Startseite kommen Sie durch den Link unten).

Die gezeigten Module werden gegenwärtig ersetzt durch eine neue Anlage auf einer Ebene, bei der die Nachbildung realer Bahnhöfe im Vordergrund steht. Auch darüber werde ich an dieser Stelle zukünftig berichten.

Ich freue mich, wenn Sie aus den Bildern Anregungen für eigene Projekte der Spur 0 mitnehmen konnten.

OstBayernBahn

Das Anlagenthema:

Gebaut wird eine modular aufgebaute Anlage, deren Platz- bedarf bei ca. 6 x 3,5 m liegt. Thema ist eine eingleisige Nebenbahn mit zwei gegenüberliegenden Bahnhöfen und  Schattenbahnhöfen darunter zum Abstellen der Züge. Dieser Betrieb im Kreis hat die Form einer eingeklappten ”8” mit zwei Verbindungskurven (Doppelstock, Steigung/Gefälle). Die Besonderheit dieser Modulanlage liegt in der Ausführung mit zwei übereinander liegenden Ebenen. Viele konstruktive Details mussten daher vom Erbauer “erfunden” werden.

Zunächst müssen Stützen hergestellt werden. Hierfür wird Kantholz auf einer vorbereiteten Schablone aufgelegt, mit großen Schraubzwingen in Position gebracht und mittels Spaxschrauben verbunden. Ideale Höhe der Oberkante der Anlage liegt bei ca. 1,0 m, Stützenhöhe somit: 80 cm.

TIPP: Auf zusätzliches Verleimen sollte man verzichten und
           stattdessen auf Einhaltung der rechten Winkel mittels
           einer Lehre (siehe Bild) achten!

Die Modulkästen am Ende der Bahnhofsmodule erhalten erst einmal eine Abschlussblende (10 mm). Später werden darin die Öffnungen für die Gleise des Schattenbahnhofs an genau passender Stelle eingebracht.

TIPP: Vorsicht beim Verbinden von senkrecht aufeinander
           stehenden Plattenteilen! Kleine Schablonen erlauben,
           dass die Schrauben exakt in die Mitte der nur 10 mm
           ‘dünnen’ Platten platziert werden.

Damit Zugang zum Schattenbahnhof besteht (z.B. entgleiste Züge), ohne die Stabilität des Kastens zu beeinträchtigen, werden mit der Stichsäge einfache Klappen ausgesägt. An der Unterseite wird ein Scharnier befestigt.

TIPP: Zur Verriegelung der Platte reicht ein simpler Draht
           (2 mm), der gebogen sich an der Oberseite abstützt.
           Auf der Platte lassen sich elektrische Teile anbringen,
           die beim Aufklappen leicht zugänglich sind.

Ideal ist es, wenn sich (maßgeschneiderte) Möbel genau unter die Module platzieren lassen, so dass der Platz optimal zur Aufbewahrung von Teilen genutzt wird. Die Höhe der Stützen ist dann jedoch der Höhe der Möbel anzupassen.

TIPP: Zur Vermeidung von Höhenunterschieden der oberen
           Deckplatten sollen die Stützbretter (im Bild rechts) ein
           Stück weit in den nächsten Modulkasten überstehen.

Nun werden die Kurventeile provisorisch an das Endmodul angesetzt. Hartfaserplatten (3 mm) zeigen die künftige Lage der beiden Gleisrampen (rechts aufwärts, links abwärts).

TIPP: Manche bauliche Situationen lassen sich nicht planen.
           Es ist daher besser, die fertigen Modulteile anzusetzen
           und erst dann miteinander zu verbinden.

Nun müssen die Öffnungen zwischen Schattenbahnhof und anschließender Strecke durch Aussägen geschaffen werden. Mangels Platz kann das etwas kniffelig werden.

TIPP: Um die Stabilität der Modulkästen zu erhalten, wird
           empfohlen, “Tunnelportale” statt breiter Öffnungen
           zwischen den Modulen zu vorzusehen.

Die Alternative ist ein Kurventeil, dessen Außenkontur sich dem Gleisverlauf anpasst. Gleichzeitig mit dem einsetzbaren Element können elektrische Leitungen durch Steckkontakte verbunden werden (siehe in Bildmitte links).

TIPP: Eine einfache und preiswerte Verbindung von Kabeln
           zwischen den Modulen sind SCART-Kabel mit Stecker.
           Hierfür gibt es auch Buchsen mit einfach zu lötenden
           Kontaktstiften.

Nun werden die Gleise aufgebracht und miteinander verlötet. Im Schattenbahnhof ist auf große Sorgfalt beim Gleisbau zu achten, um Entgleisungen zu verhindern. Das Gleis rechts im Hintergrund kann an künftige Module anschließen.

TIPP: Die verwendeten Roco-Elektroweichen haben sich im
           Betrieb als nicht ausreichend zuverlässig erwiesen.
           Tests mit Rollmaterial verschiedener Hersteller vor
           dem Einbau der Weichen helfen Ärger zu vermeiden.

Da die Bahnhofsmodule dauerhaft stehen bleiben, wurden zwischen den Stützen Ablagebretter eingesetzt. Verschönert werden konnte das Ganze durch Vorhänge an allen Seiten.

TIPP: Die Böden lassen sich so auf den Stützen auflagern,
           dass sie einfach abgenommen werden können, um
           den Boden zu reinigen.

Die sichere Verbindung zwischen Bahnhofsmodul und dem Kurventeil samt Zentrierung in allen drei Dimensionen kann mit dieser einfachen Konstruktion erfolgen. Sie ist im Bild darüber rechts unten zu erkennen.

TIPP: Die einfachen Kistenspannschlösser sind im Baumarkt
           erhältlich und so einzubauen, dass sie sich mit etwas
           Spannung bedienen lassen. Schneller und einfacher als
           übliche Schraubverbindungen mit Flügelschrauben!

Die letzte Etappe beginnt mit der Gleisverlegung der oberen Bahnhöfe im sichtbaren Bereich. Noch gibt es viel zu tun, bis der Gleisplan endgültig steht. Von der Waggondrehscheibe wird die “BayWa” angeschlossen werden.

TIPP: Für Anlagen der Spur Null am wichtigsten sind viele
           Rangiermöglichkeiten, d.h. zahlreiche Weichen sind
           auf kleinem Raum sinnvoller als Streckengleise!